5.1  XML Editoren

Der XSLT Styesheet-Entwickler wird sich gewöhnlich mit Eingabedaten beschäftigen, die entweder automatisch mittels irgendeines Prozesses erzeugt wurden, oder die durch einen menschlichen Autor mit einem XML Editor eingegeben wurden.
Aus diesem Grund ist es ganz nützlich, die wichtigsten Editoren zu kennen.
Wir unterscheiden zwischen Desktopapplikationen und Webanwendungen. Ausserdem unterscheiden wir noch, ob der Editor WYSIWIG (What You See Is What You Get) oder WYSIWYM (What You See Is What You Mean) unterstützt, oder ob er eine Mischung aus beidem darstellt.

5.1.1  WYSIWYM Desktop

Editor Beschreibung
XMetal ↗↗
XMetal ist wahrscheinlich der am weitesten verbreitete reine WYSIWYM Editor. Er hat Schnittstellen zu COM und Java und kann daher in eigene CMS integriert werden.
Arbortext XML Editor ↗↗
Arbortext XML Editor, früher bekannt als EPIC ist sehr betagt. Bekanntermassen ist sein Tabelleneditor etwas buggy.

5.1.2  WYSIWYG Desktop

XMetal kann so konfiguriert werden, dass bei einer einfachen DTD der Content Bereich wie Word aussieht. Auch Code Editoren, wie OxygenXML bieten diese Möglichkeit. Das Key-Handling bei dieser Variante zeigt aber schnell, dass die UX noch weit von herkömmlichen Textverarbeitungssystem, wie Word oder OpenOffice entfernt ist.

5.1.3  WYSIWYM Online

Editor Beschreibung
Oxygen XML WebAuthor ↗↗
Dieser Online-Editor verwendet auf der Serverseite dieselbe Logik, wie das Desktop Programm des Herstellers. Das führt dazu, dass bei jedem Tastendruck eine Verbindung zum Server aufgebaut wird, und die Verarbeitung langsam werden kann. Zum Betrieb und bzgl. Customizing ist einschlägiges Java-Know-How erforderlich.
FontoXML ↗↗
FontoXML sieht schon fast aus wie Word. Neben der WYSWYG/M Darstellung, kann auch die XML Struktur in einem Seitenpanel angezeigt werden.
XEditor ↗↗
Xeditor benutzt XSLT Transformationen, um aus der Eingabe die Editoransicht zu generieren. Beim Abspeichern wird der umgekehrte Weg bestritten. Das mag zwar auf den ersten Blick etwas holprig erscheinen, wie aber auch Tektur beweist, funktioniert das ganze recht gut und schnell.
Xopus ↗↗
Xopus ist wohl der älteste web-basierte XML Editor. Ich hatte damit schon 2008 zu tun, als er für ein Redaktionssystem evaluiert wurde. Wir haben uns dann für eine eigene nicht-generische Lösung basierend auf dem Webeditor CKEditor entschieden.
Das Customizing dieser Editoren erfordert einen sehr hohen Aufwand. Es müssen diverse Ressourcen angepasst werden, wie XSLT Skripte, XSD Schemas, CSS und Javascript. Das Schema wird meist über Kommandozeilentools in eine JS Repräsentation überführt.
Aus diesem Grund bieten einige Hersteller spezielle Schulungen an, wo man die Bedienung erlernen kann. Aus meiner Sicht ist das Problem "Webbasierter XML Editor" weltweit noch nicht ausreichend gelöst.
Die Kosten für den Betrieb rangieren um die 1000 EUR monatl. für ein 20 Benutzer-Setup.
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Version: 93
Jan 25 2021